Ist dein Hund Hochsensibel?

Über Hochsensibilität

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Hochsensibilität wird noch immer oft missverstanden. Dabei ist sie nur natürlich und birgt enorme Vorteile.

Hochsensibilität – ein Vor- kein Nachteil!

 

In jeder Population gibt es sensiblere Wesen. Wie man heute weiß, unterscheiden sich diese in ihrer Überlebensstrategie und sind deshalb von wichtiger Bedeutung für das Überleben einer Spezies.

Die ausgeprägte Sensibilität ist somit bei Weitem kein ‚Nachteil‘ oder etwa eine Schwäche – ganz im Gegenteil!
Die empfindsameren Wesen nehmen über ihre 5 Sinne sehr viel mehr Informationen auf als andere in der Gruppe. Sie können somit vielfältige Gefahren (Wetterumschwünge, Fressfeinde, gefährliche Untergründe oder andere lebensbedrohliche Umweltbedingungen) sehr viel früher wahrnehmen und davor warnen.

Ein wichtiger Faktor für das Sozialleben

 

Auch für das soziale Gefüge sind hochsensible Wesen (egal welcher Spezies) eine wichtige Bereicherung. Sie spüren zum Beispiel intensiv, wenn es einem Gruppenmitglied nicht gut geht und können die Gruppe so lenken, dass bspw. das Tempo angepasst, Rast eingelegt oder Zuneigung geschenkt wird.

Kommt es zu Kampf und Eskalation, sind die hochsensiblen Wesen oftmals die, die den Überblick behalten, andere warnen, schlichten oder auch flüchten, wenn es keine Aussicht auf Deeskalation gibt.

Sie tragen somit nicht nur zum Überleben, sondern auch zum Ausgleich, zu Ruhe und Harmonie in der Gruppe bei.

Dieses Merkmal ist in heutiger Zeit (auch beim Menschen) weniger gefragt. Soll man doch immer aktiv, fast wie unter Strom, mitten im Geschehen sein – yeah.

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Was macht einen hochsensiblen Hund aus?

 

Der hochsensible Hund erfasst mit seinen 5 Sinnen und eventuell mit seinem sechsten Sinn (s. Rupert Sheldrake) mehr als ein normalsensibler Hund.

Hier geht es nicht um besser oder schlechter – sondern um anders!

Wird der hochsensible Hund in ein verständnisvolles, erfahrenes und artgerechtes Umfeld geboren oder aufgenommen, so stellt das kein Problem dar. Der Mensch nimmt das Tier an wie es ist, geht mit ihm und seinen Bedürfnissen mit, achtet darauf, dass sich das Tier in Wohlfühlsituationen aufhält. Dies ist noch einmal verstärkt wichtig, bis das Tier ausgewachsen ist und eine starke Bindung besteht!

Der Hund wird sich in einem solchen Umfeld selbst seine Lieblingsplätze und Tierfreunde suchen und ein verlässlicher Begleiter sein. Passt die Hund-Mensch-Beziehung, entwickelt auch ein hochsensibler Hund in der Regel Resilienz und schafft es, auch mit ’stressigen Situationen‘ gut umzugehen. 

Die Schwierigkeit(en)

 

Heute ist es gang und gäbe, dass Welpen ab der 8. Woche abgegeben werden und meist sollen diese schon ein paar Wochen später in eine Hundeschule. Die Erwartungen sind von Anfang an riesengroß, bestenfalls soll das Tier mit einem halben Jahr bis Jahr vollkommen funktionsfähig und folgsam sein.

Sofort soll der Hund mit allen möglichen Eindrücken konfrontiert werden, von Busfahren bis Kindergarten und Bauernhofbesuchen. 

Auch an der Sozialisierung soll sofort gearbeitet werden. Am besten kommt das Tier überall mit hin, ins Büro, zum Einkaufsbummel und ins Restaurant. Ist dieses Vorgehen schon bei einem normalsensiblen Hund sehr fragwürdig, so stellt es den hochsensiblen Hund vor kaum zu bewältigende Herausforderungen. Nicht selten gerät der Hund in eine Überreizung – die sich mit Überforderung und Stresssymptomen bei Hund (und Mensch) mit weitreichenden Konsequenzen bemerkbar macht.

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Überreizung – ein großes Thema

 

Ein kritischer Punkt für hochsensible Tiere (und Menschen) ist die Überreizung.
Hochsensible Hunde nehmen nahezu ungefiltert ihre Umgebung wahr; Töne, Gerüche, Stimmungen, Chemikalien, visuelle Reize etc..

Ein hochsensibler Hund wird daher vielleicht nie die Fußgängerzone lieben oder stressfrei in einem vollbesetztes Kaffee liegen. Und vielleicht auch weniger gern auf der Hundewiese oder dem Hundeplatz laufen, wo viele Artgenossen sich auf engem Raum oft mehr verfolgen und mobben, als wirklich miteinander gesund und ausgelassen zu spielen. Auch ‚klassische Trainingsmethoden‘ (z.B. über Bestrafung, Dominanz oder rein über Leckerlis) können schnell zu einer Überreizung führen.

Wird diese nicht erkannt und setzt sich dauerhaft fort, hat dies meist tragische Folgen. Durch ständige physische und psychische Überlastung verändert der Hund sein Wesen, entwickelt Krankheiten und erleidet im schlechtesten Fall irreparable Schäden seiner Gesundheit. Für hochsensible Hunde, die daraufhin z.B. ans Tierheim abgegeben werden, beginnt im dortigen Emotionstrubel eine noch belastendere Leidensgeschichte.
   

Was kann ich tun?

 

Du kannst selbst schon ganz viel für dich und euch tun, wenn du möchtest. Wenn du das Gefühl hast, dein Hund könnte hochsensibel sein: Eigne dir erst einmal Wissen an, informiere dich. Dann öffne dein Herz – bei jedem Hund! Du wirst spüren, was es grade für dieses Zauberwesen und dich braucht. Was braucht es wirklich? Nimm dir Zeit, dich mit deinem Tier zu verbinden, lass deiner Intuition Zeit und Raum, zu sprechen. Höre ihr ganz in Ruhe zu und triff Entscheidungen für dich und euch aus dieser Ruhe heraus.
Übe dich darin, deinen Hund so zu sehen und zu lieben, wie er ist und seinen tatsächlichen Bedürfnissen dadurch Raum zu geben. Gönne ihm genug Ruhephasen, beschütze ihn vor Hunden und Situationen, die ihm nicht guttun. 

Das bedeutet auch: Kein ständiges Training, denn Training bedeutet NICHT Bindung. Überforderndes Training bewirkt genau das Gegenteil. Lerne Körpersprache und nonverbale Kommunikation statt Kommandos, um eure Bindung und das Selbstbewusstsein deines Hundes zu stärken.
Und ganz wichtig: Lass Dir von anderen (vermeintlich besserwissenden) nie erzählen, wie du genau mit deinem Hund umgehen solltest. Ihr hab eure ganz eigene Verbindung und kennt euch am besten. 
Falls du Hilfe brauchst:

Buddha Dogs Hundeschule gewaltfreies Training